Die Startup-Story

Paulikocht hat sich zum Ziel gesetzt, jeden dabei zu unterstützen seinen selbst gewählten, individuellen Ernährungsstil mit Spaß und Leichtigkeit im Alltag umzusetzen. Genau hierfür entwickeln wir Produkte, Ideen und Lösungen – auch gemeinsam mit anderen Startups.

Aber alles nochmal langsam von Anfang an:

Mai 2015

Zu dieser Zeit lebe ich mit „Mr. Pauli“ (meinem Mann Marco) noch in München. Ich bin in meinem Beruf als Dipl. Sozialpädagogin die Einrichtungsleitung einer privaten Kinderkrippe mit 25 Mitarbeitern und 60 Kindern. Ich bin 36 Jahre alt, seit über 13 Jahren glücklich in meinem sicheren Job und unbefristet festangestellt. Niemals im Leben hätte ich mir träumen lassen, was die nächsten 4 Jahre passieren sollte….alles nur wegen Anna. 😉

Eine ehemalige Praktikantin (Anna) fragt mich bei einem Kaffee, ob ich eigentlich Insta hätte…weil ich doch so gerne Fotos von Essen mache. Insta? Was ist das denn? Nö. Hab ich nicht. Also schnappt sie sich kurzerhand mein Handy, läd mir die App runter, fragt mich wie ich heißen wolle (Pauli – war ja klar – mehr dazu hier), gab mir mein Handy zurück und meinte ich solle ab sofort Fotos von Essen auf Instagram machen, denn DAS MACHE MAN JETZT SO!! 😉

Sie hatte Recht – ich habe schon immer gerne Essensbilder auf Facebook geteilt – Ernährung war schon immer mein Thema. Vielleicht weil ich durch eine Diätenhölle nach der anderen gegangen bin, vielleicht weil ich selbst eine Kuhmilchallergie habe und nicht alles bedenkenlos essen kann und vieles einfach selbst machen muss. Vielleicht, weil ich meine Leidenschaft fürs Kochen von meiner Mama und die Leidenschaft für’s Backen von meiner Oma geerbt habe? Keine Ahnung wieso…

Also – Ich beginne regelmäßig mein Essen auf meinem Account @call.me.the.pauli zu posten. Ich esse und fotografiere Unmengen von Broccohuhn und Wasserspinat, und fange an Rezepte rund um das Thema Fitfood, Fitnesslifestyle und Mealprep zu entwickeln, aufzuschreiben und zu teilen. Alles unter einem bestimmten Hashtag: #paulikocht !!

November 2015

Unser Vermieter kündigt uns wegen Eigenbedarf und Mr. Pauli (der übrigens gebürtiger Münchner ist) und ich beschließen bedingt durch mehrere Faktoren alle Zelte in München abzubrechen und zurück nach Augsburg (meine Heimatstadt) zu ziehen.

Januar 2016

Durch unseren Umzug nach Augsburg, werde ich nicht nur über Nacht zum Pendler, sondern stand auch erst mal 12 Wochen ohne Küche da. Deswegen beginne ich mit riesigen Mealprepaktionen inder Küche meiner Mutter, um meinen Ernährungsstil weiter umsetzen zu können. Bis zum Umzug konnte ich noch jeden Abend für den nächsten Tag vorkochen. Keine Chance mehr – deswegen koche ich jetzt immer am Wochenende min. 14 Portionen Mittagessen vor und friere alles ein. Jeden Tag können wir so 2 Portionen auftauen und warm machen. Da geht’s los: Die Insta-Community fängt an mich zu löchern: Kann ich das nicht bei Dir bestellen? Kannst Du nicht einfach mehr kochen und ich kauf es Dir ab? Wenn Du das für mich kochen würdest, dann würde ich es auch schaffen meinen Ernährungsstil konsequent umzusetzen.

Und da war sie. Da war zum 1. Mal diese Idee in meinem Kopf. Dieser Bedarf, den alle hatten – inklusive mir selbst. Dieses Problem, dass JEDER kennt, der schon mal in einem Ernährungsplan war – dieses leidige Thema: Was esse ich, wenn ich unterwegs bin? Wo finde ich etwas Diät-konformes? Welche Nährwerte hat das eigentlich? Passt das in meinen Plan? Wie transportiere ich das Essen von A nach B ohne Kühlmöglichkeit? Wie nehme ich Essen für mehrere Tage mit, ohne Kühlmöglichkeit?

Und wie der Zufall es so wollte, lerne ich dann auch noch Max kennen – einen Innovationscoach aus München. Er erfuhr in einem völlig anderen Zusammenhang über Mr. Pauli von meiner Idee und wollte mich kennenlernen. Ich erzählte ihm von meiner absurden Idee Mealprep herzustellen, das ungekühlt haltbar sei…hatte aber bis dahin ÜBERHAUPT NICHT, null komma null daran gedacht mich je selbständig zu machen. Er interessierte sich für die Idee und fing an mir Denkanstöße zu geben, mich in diesen Businesscase rein zu coachen. Er ließ mich Bücher lesen, gab mir Hausaufgaben, lies mich Aufgaben lösen. Wir trafen uns nur sporadischund auch nur alle paar Wochen.

Juni 2016

Inzwischen ist die PAULIKOCHT-Idee schon ausgereifter und theoretisch könnte man sich tatsächlich vorstellen, dass daraus etwas werden könnte….aber nicht, wenn ich weiterhin Vollzeit arbeite, 3-4 Stunden täglich für’s Pendeln drauf gehen und ich den Rest meines Tages mit meiner immer einnehmenderen Blogger-Tätigkeit auf Instagram verbringe. Ich musste eine Entscheidung treffen. Entweder Full Commitment – oder aufhören.

Juli 2016

Im Urlaub mit Mr. Pauli fällt die Entscheidung. Für PAULIKOCHT und den Sprung ins seeeehr kalte Gründer-Wasser. Wie gut, dass man vorhin nie weiß, wie kalt dieses Wasser wirklich ist – sonst gäbe es sicher ziiiiemlich wenige Selbständige ;-))

Zurück zu Hause spreche ich erst mal mit meiner Chefin, die mir als Unternehmerfrau, genau zuhört und danach meint: DU MUSST DAS MACHEN!!!

September 2016

Ich kündige meinen Job und springe….

In Interviews und auch auf Veranstaltungen werde ich heute immer noch sehr oft gefragt: Was war der schwierigste Schritt in Deiner Selbständigkeit? Und ich antworte immer dasselbe: DAS war es. Die Entscheidung es WIRKLICH durchzuziehen. Es wirklich zu wagen. Es einfach zu tun.

Oktober 2016

Bis September lief ja alles parallel zu meinem Vollzeit-Job. Ich hatte meine Lieblingsrezepte in meiner Küche weiterentwickelt, mit dem Wecktopf meiner Oma experimentiert, ich hatte Testessen veranstaltet, Instagram-Umfragen innerhalb der Zielgruppe vorgenommen und inzwischen ein Startup an der Hand, dass die Produktion übernehmen wollte und auch schon mehrmals mit mir probegekocht hatte – aber dann wurde der Küche die EU-Zertifizierung verweigert und ich musste wieder anfangen eine neue Produktion zu finden.

November 2016

Um dieses Jahr nicht völlig ohne etwas auslaufen zu lassen, entwickle ich innerhalb von 3 Tagen einen Adventskalender – PAULI’s ADVENTSGEDÖNSKALENDER, der eigentlich eine riesige Instagram-Challenge ist. Ohne irgendwas – nur mit einem Bild gehen wir online, limitieren sie auf 250 Stück, weil ich ja nicht weiß, ob überhaupt jemand Interesse hat oder ob nur meine Oma aus Mitleid bestellt…?

Nach 48 Stunden sind die 250 Stück ausverkauft und ich habe noch nicht mal eine Zutat bestellt. Also beginnen wir Tütchen, Zutaten und Drucksachen zu bestellen und packen mit meiner 93-jährigen Oma, Friends & Family innerhalb von 1 ½ Wochen 12000 Tüten per Hand.

Dezember 2016

Paulis Adventsgedönskalender schlägt auf Insta ein wie eine Bombe.
Das Besondere an diesem Kalender: In jeder Packpapiertüte ist jeweils ein Kärtchen mit einem Motivationsspruch, einer Tagesaufgabe oder einem Rezept und nochmal ein Tütchen mit einer Fitfood-Zutat (einem Gedöns des Tages). Die Challenge ist genau dieses Lebensmittel (z.B. Buchweizen oder Kakaobutter, Maismehl oder Zimtstangen,….) an diesem Tag in sein Essen zu integrieren und ein Bild und das dazugehörige Rezept auf Instagram unter dem Hashtag #paulisadventsgedöns hochzuladen. Jeden Abend suche ich mir das beste Rezept oder die schönste Idee aus und reposte es und im Januar wird aus den 24 Tagesgewinnerrezepten ein kostenloses E-Book für alle.

Januar 2017

Offizielle Gründung der Paulikocht GmbH mit Münchner Adresse in einem CoWorking Space (Neuland).

Februar 2017

Ich finde eine neue Produktionsküche und ich stürze mich wieder in die Probeproduktion.
Es beginnt ein Kreislauf zwischen Küche – Labor – wieder Küche – wieder Labor…

Alles dauert viel länger als ich dachte.

März 2017

Kai von Spicebar schreibt mir gegen Mitternacht eine WhatsApp und fragt ob ich mit auf FIBO komme. Die weltweit größte Fitness- und Bodybuilding-Messe in Köln ist die Hauptmesse für Paulikocht und meine Zielgruppe.

Ich würde ja gerne – aber mein Produkt wird auf keinen Fall fertig, also sage ich nein. Er lässt nicht locker und es endet damit, dass wir beschließen eine PAULIKOCHT-Gewürzreihe mit auf die FIBO zu nehmen. Das war 5 Wochen VOR DER MESSE…?!?!

3 Tage später sitze ich in der Spicebar-Produktion in Berlin und mische Gewürze. 2 Tage lang entwickle ich 6 Gewürze, die genau auf meine Zielgruppe abgestimmt sind und die anstatt mit Zucker mit Bio-Erythrit gesüßt sind.

Ich fahre mit kleinen Tütchen Probemischungen nach Hause und mache mich an das Design, an die Namen, an die Texte und das Team von Spicebar produziert zum ersten Mal in Wochenendschichten. 3 Wochen später treffen wir uns in Köln auf der FIBO wieder.

April 2017

Wir launchen die PAULIKOCHT-Gewürzgedöns-Reihe auf der FIBO und sind mit dem ersten Gewürz bereits nach 2 von 4 Tagen ausverkauft.

Erst zwei Tage nach der Messe nimmt Spicebar die PAULIKOCHT-Gewürze in den Onlineshop auf und die gehen direkt auf Erfolgskurs.

Nicht, dass ich jemals geplant hätte Gewürze zu entwickeln…. 😉

August 2017

Das Labor gibt grünes Licht und die Produktionsküche kalkuliert die erste Charge – die Frage ist nur: Wie finanzieren wir die erste Produktion? Investorensuche ist eine langwierige Geschichte und man muss erstmal einen passenden Investor finden…und keine Bank schmeißt einem Startup mal schnell einen Kredit nach…
In diesem Moment flattert eine Einladung von StartinFood und dem Cluster Ernährung ins Haus. Ich werde eingeladen beim Crowdfunding Contest Food 2017 mitzumachen. Dafür solle ich innerhalb von 4 Wochen eine Crowdfunding Kampagne aufsetzen und innerhalb von einem Monat mein Fundingziel erreichen.
1. Preis: 3000,-€ und ein kostenloser Messestand auf der Food& Life.
Ich bewerbe mich aus reiner Verzweiflung 😉

September 2017

Wir launchen zwei neue PAULIKOCHT-Gewürze (Goldstückchen und Zimtluder), die ich im Sommer bei einem weiteren Besuch in Berlin entwickelt habe.

Ich werde für den Wettbewerb ausgewählt und die Uhr fängt an zu ticken. 4 Wochen. Dann muss die Kampagne aufgesetzt sein, Rewards eingestellt sein, ein Image-Clip gedreht werden und Werbung auf allen Kanälen gemacht worden sein. Denn das Wichtigste beim Crowdfunding: 30% der Fundingsumme sollten in den ersten 12 Stunden erreicht werden!!! Ich rede mir also 4 Wochen nebenbei noch einen Wolf auf Snapchat und in der Instastory, schreibe Pressemitteilungen und Artikel, rufe meinen kompletten Freundeskreis und die entferntesten Verwandten an, verfasse Rundmails an alle und und und….

Gleichzeitig organisiere ich den nächsten Adventsgedönskalender, den ích aber aufgrund der Crowdfunding Kampagne unmöglich selbst verpacken kann. Ich beauftrage ein kleines Unternehmen in Augsburg mit der Verpackung und dem Versand. Dieses Jahr verdoppeln wir die limitierte Stückzahl von 250 auf 500 Stück. Also 24000 Tüten – statt 12000.

Oktober 2017

Die Crowdfunding Kampagne startet und wir erreichen nicht nur innerhalb der ersten 12 Stunden 30% unseres Fundingziels, sondern wir sind vom ersten Moment an bis zum bitteren Ende auf Platz 1 des Wettbewerbs. Auch in den 4 Wochen der Kampagne erkläre ich jeden Tag was Crowdfunding ist, wie es funktioniert und lasse nicht locker. Die Kampagne ist der kommunikative Overkill. Mr. Pauli und ich arbeiten Tag und Nacht – aber es funktioniert: alle machen mit. Auch meine Oma – inzwischen 94 Jahre alt.

November 2017

Die Crowdfunding Kampagne ist erfolgreich mit 27785,-€ und unf*ckingfassbaren 584 Unterstützern.

Damit gewinne ich den 1. Preis des Crowdfunding Contest Food 2017 und wir haben insgesamt 9 Tage für die Produktion der ersten Gläser. Denn der 1. Preis beinhaltet die Teilnahme an der Food&Life-Messe und die startet 9 Tage nach Beendigung der Kampagne. Wir stellen einen Messestand auf die Beine, fahren jede Nacht zwischen Messe (München) und Küche (Augsburg) hin und her, bekleben nachts die Gläser mit Etiketten und stehen tagsüber wieder auf der Messe.

Der 2. Paulis Adventsgedönskalender wird verschickt.

Während wir auf der Messe stehen startet das Projekt #pimpyourmorning und einige ausgewählte PAULIKOCHT & Spicebar Gewürze stehen für 4 Monate in allen deutschen und österreichischen IBIS-Hotels.

Dezember 2017

Die zweite Runde von PAULIS ADVENTSGEDÖNSKALENDER läuft.

Oatsome, ein Startup aus Frankfurt fragt an, ob ich Lust hätte ein gemeinsames Produkt zu entwickeln. Es entstehen zwei Pre Performance Booster-Bowls mit viel Koffein: Captain Coffee und Matcha Man.

Januar 2018

Am 02.01.18 kommt wieder eine Mail von StartinFood (die ja schon die Einladung zum letzten Wettbewerb verschickt hatten). Noch im „Neujahrs-Koma“ bewerbe ich mich „in geistiger Umnachtung“ für den nächsten Wettbewerb. Es geht dieses Mal um eine (für ein Jahr vergünstigte)Ladenfläche im größten ECE-Einkaufscenter Münchens. Voraussetzung: Man darf noch keinen Laden haben. Ich bewerbe mich….blauäugig 😉

Der Wettbewerb läuft über 3 Monate über 3 Stufen und wird bewertet durch eine Fachjury aus Centermanagement, Handelskammer Bayern, Wirtschaftsförderung München, etc….

Ich werde aus allen Bewerbungen ausgewählt und starte mit 9 anderen Startups aus allen Bereichen (Food, Fashion, Lifestyle, etc.) in den Wettbewerb.

Februar 2018

Online-Votingsphase des Wettbewerbs – 5 Startups kommen weiter. PAULIKOCHT ist eines davon. In dieser Phase muss jedes der Startups ein schriftliches und detailliertes Konzept einreichen. Von der Inneneinrichtung bis zur Warenlogistik, von der Mitarbeiterplanung bis hin zum Finanzplan.

Gleichzeitig kommt endlich nach 3 Monaten das Geld der Crowdfunding Kampagne bei mir an und wir können die bestellten Gläser produzieren. Wieder etikettieren wir nachts und verpacken tagsüber hunderte über hunderte von Kartons mit Friends & Family und meiner Oma.

März 2018

Das Finale des Wettbewerbs findet an einem Freitagnachmittag mitten in der Ladenstraße des Centers bei vollem Betrieb statt. Auf einer Bühne mit Bildschirm und Moderator, vor 5 Sesseln mit den Juroren der Fachjury, Fernsehkameras, Fotografen und einer – Gott sei Dank – unüberschaubaren Menge an Zuschauern und Geschäftsführern anderer Läden aus dem Center, hatte nun jedes der Startups 10 Minuten Zeit sein (vorher eingereichtes) Konzept zu pitchen und den unangenehmen Fragen der Jury Stand zu halten. Wir losen aus. Ich bin die Letzte.
Danach 30 Minuten Pause und dann sofort Verkündung des Gewinners.

PAULIKOCHT

Erste Reaktion: YAAAAAAAY – 3,2,1,…OMG…was hab ich getan. 🙂

April 2018

Mr. Pauli und ich hatten uns zu Weihnachten den ersten Urlaub seit 2016 geschenkt und waren wild entschlossen diesen trotz der Vorbereitungen für den Laden auch durchzuziehen. Wir stellen fest: Auch auf offener See gibt es W-LAN und man kann Geschäfte auch per Skype regeln. Das Design für die Booster-Bowls und die Namen und Texte für die nächsten zwei Gewürze entstehen irgendwann nachts zwischen St. Lucia und Martinique.

Wieder zurück in Deutschland treffen wir uns wieder mit den Team von Spicebar auf der FIBO in Köln, launchen wieder zwei neue PAULIKOCHT Gewürze (Bowl it like buddha und Ciao Ragazzi) und auch die Booster-Bowls.

Es wird klar – das PAULIKOCHT„Einfach Mahl“ kann erstmal nicht in den Store einziehen, da die bisherige Produktion per Hand nicht in der Lage ist das Produkt regelmäßig in größerer Menge zu produzieren. Die Suche beginnt erneut.

Mai 2018

Nach der Schlüsselübergabe bleiben uns ganze 8 Tage um aus einem Rohbau einen Laden zu bauen. Bis dahin dachte ich noch die Crowdfunding Kampagne sei anstrengend gewesen. In dieser Zeit eröffne ich auch endlich einen eigenen PAULIKOCHT-Instagramaccout. @pauli.kocht

Mr. Pauli ist inzwischen so involviert, dass auch er Tag und Nacht für PAULIKOCHT arbeitet, obwohl er ja eigentlich eine eigene Firma hat – die auch noch nebenbei weiterläuft. Wenn die Zeit nicht mehr reicht, um nach Augsburg zurückzufahren, schlafen wir im Auto im Parkhaus.

Am 16.05.2018 morgens um 4 Uhr endet der Marathon mit einem fertig eingeräumten Laden, einer Brandschutzabnahme, einer Pressekonferenz und einer Gala-Veranstaltung am Abend zur feierlichen Einweihung des 8000m² Neubaus.

Am 17.05.2018 eröffnet der PAULIKOCHT Store im Einkaufscenter pep in München, direkt unter dem ersten Primark Bayerns…und ich werde schon wieder (versehentlich) zum Pendler.

Das Konzept des Ladens: Alles rund um individuelle Ernährung, Fitfood-Produkte, viele Startupprodukte, der Naschpunkt des Monats, ein Instaspot für perfekte Instagram-Fotos und der PAULIKOCHT FREUNDESKREIS: ein Tisch im Store, den andere Startups tageweise untermieten können und ihre Produkte vertesten, verkosten und verkaufen können.

Die ersten drei Monate sind wir jede Sekunde im Laden. Nachts in Augsburg erledigen wir alle Büroarbeiten, bis wir genügend Aushilfen und eine VZ-Storemanagerin einstellen können, die mir nicht nur Warenbestellungen, sondern auch Mitarbeiterplanung abnehmen kann.

Ich kümmere mich wieder mehr um die immer noch ausstehende Produktion des „Einfach Mahls“, pitche meine Idee und mein Konzept in mehreren großen Produktionen quer durch Deutschland und suche gleichzeitig nach Investoren.

Oktober 2018

Der 3. PAULIS ADVENTSGEDÖNSKALENDER wird zum ersten Mal in einer bayerischen Behindertenwerkstatt der Lebenshilfe in Piding produziert. Damit geht ein Herzenswunsch für mich in Erfüllung. Endlich gelingt mir eine Verbindung zwischen meinem eigentlich Beruf (Dipl. Sozialpädagogin) und meinem neuen Job als Gründerin und Geschäftsführerin von PAULIKOCHT.

Die PAULIKOCHT-Webseite wird komplett neu gemacht und ein neues Shopsystem aufgesetzt.

November 2018

Ich habe endlich geeignete Räumlichkeiten gefunden und verlege den Sitz der PAULIKOCHT GmbH nach Augsburg. Das Coworking Space in München, in dem PAULIKOCHT entstanden ist, wurde verkauft und ich musste sowieso meine Adresse ummelden. Außerdem bietet die neue Geschäftsadresse die Möglichkeit einen kleinen Laden zu integrieren.

Ich werde sehr häufig als Speaker zu unterschiedlichen Gründer-Kongressen, Panels und Messeveranstaltungen eingeladen und berichte von meiner Gründung „vom Hashtag zum Business“ und meiner Crowdfunding-Erfahrung.

Dezember 2018

Die 3. Adventsgedöns-Challenge läuft wie gehabt auf Instagram und ich bin weiterhin auf Investorensuche, nachdem mein kfw-Kredit mit der Begründung abgelehnt wurde, ich hätte keinen Job in der Branche gelernt.

Januar 2019

Ich beschließe das Projekt PAULIKOCHT-STORE in München nicht weiterzuführen. Der Vertrag, der Ende April 2019 ausläuft wird nicht zu neuen Konditionen verlängert. Ich vermisse mein Team jetzt schon – bin aber auch froh nicht mehr 4 Stunden auf der Autobahn im Stau zu stehen jeden Tag.

Februar 2019

Mehrere Produktionen scheitern nach einem ganzen Jahr voller Ups and Downs immer wieder am PAULIKOCHT „Einfach Mahl“. Entweder die Abfüllung haut nicht hin oder der Produktionsprozess verändert das Produkte zu sehr oder die Laborergebnisse reichen nicht aus… Wir versuchen es weiter.

Der PAULIKOCHT Onlineshop startet auf www.paulikocht.com. Erstmal ohne die Gewürze, denn für die benötige ich eine extra Bio-Zertifizierung des Lagers und das werde ich erst in Augsburg umsetzen können. Und auch immer noch ohne das „Einfach Mahl“, dass immer noch nicht fertig ist.

April 2019 (voraussichtlich, wer weiß das schon…. 🙂 )

3. Teilnahme an der FIBO in Köln. Dieses Jahr werde ich meinen 40sten Geburtstag auf der Messe feiern. Dieses Mal mit eigenem PAULIKOCHT-Stand. Wenn es klappt, dann auch mit einer Neuauflage des PAULIKOCHT „Einfach Mahl“ Kuchens in unterschiedlichen Sorten.

Den Store in München werden wir Ende April schließen und mit Sack und Pack nach Augsburg umziehen und dort im Mai wieder eröffnen und eine Einweihungsparty für alle schmeißen, die mich bis hierher begleitet haben. Auch meine 96-jährige Oma.